Sehen und Hören in der Oper

Das Modul geht von der Frage aus, wie sich Sehen und Hören in der Oper zueinander verhalten. Dafür zieht es zwei Operntypen heran, die, so die Hypothese, einander in ihren Ästhetiken paradigmatisch entgegen gesetzt sind: die französische Barockoper Lully'scher Prägung, die dem Paradigma des Spektakels folgt, und Richard Wagners Musikdrama, das auf ein unsichtbares Theater zielt, in dessen Zentrum eine Metaphysik des Hörens steht. Für beide soll der sie umgebende musik-theater-ästhetische Diskurs im Hinblick auf das Verhältnis von Sehen und Hören aufgearbeitet und anhand von Einzelstudien konkretisiert werden.