Graduiertenkolleg

Das Bild als Artefakt

Bilder werden oft als Artefakte verstanden: Sie wurden hergestellt und stehen als materielle Dinge oder digitale Dateien in Zusammenhängen der Reproduktion, Distribution und Archivierung. Sie lassen sich aber keineswegs auf diese Zusammenhänge reduzieren, denn sie treten zugleich als bildliche Erscheinungen hervor und entfalten einen eigenen, spezifisch bildlichen Sinn. Beide Aspekte lassen sich nicht voneinander trennen, sondern sind in ihrem wechselseitigen Bezug zu denken: Für den Sinn und die Historizität von Bildern, für unsere Weisen der Betrachtung und die Möglichkeiten unseres Umgangs mit Bildern ist es wesentlich, wie sie beschaffen sind, wie sie produziert wurden, reproduziert und für die Zukunft aufbewahrt werden können.

Dieses Verhältnis des spezifischen Sinns von Bildern zu deren Beschaffenheit als Artefakte steht im Zentrum der Arbeit des Graduiertenkollegs „Das Bild als Artefakt“, das im Januar 2012 seine Arbeit neu aufgenommen hat. Zwölf Promotionsprojekte aus verschiedenen Disziplinen behandeln an exemplarischen Gegenständen die Frage, wie Artefakte als Bilder erscheinen und welche Bedingungen dabei von Bedeutung sind.