Cluster 3

Bildwissen und sozialer Sinn

Das Cluster fragt danach, wie Bilder an der Herstellung sozialen Sinns beteiligt sind, und umgekehrt, wie sozialer Sinn an der Herstellung von Bildern beteiligt ist. Eng damit verknüpft ist die Frage, wie das Verhältnis von Bild und Wissen präziser zu fassen wäre. Wir gehen davon aus, dass Bildpraktiken - dazu zählen Generierung und Deutung von Bildern sowie die bildhafte Strukturierung von Handlungs- und Erkenntniszusammenhängen - immer mit Wahrnehmung als sinnesphysiologischer Operation zu tun haben und gleichzeitig das Ergebnis von Erfahrung, Urteil, Konventionen, Regeln und spontanen Intuitionen darstellen. Wie aber kommen einerseits Genese und Verstehen und andererseits gleichsinniges Wahrnehmen und gleichsinniges Bilderleben zustande? Wie werden Bildsinn und Bildwissen zu einer stabilen Entität? Wenn Bildwissen als verbindliches Wissen jenseits aller propositionalen Artikulation generiert und etabliert wird, geht es darum, wie dieses systematische Problem in bestimmten historischen Erkenntnis- und Diskurskonstellationen gesehen und in unterschiedlichen sozialen, medialen und kulturellen Kontexten angegangen und "gelöst" wird.