Felix Trautmann

Politik ist nicht in dem Maße demokratischer je weniger sie durch eine ‚Macht der Bilder‘ oder durch Imaginationen gekennzeichnet ist. Bilder und die Dimension des Imaginären scheinen – ob nun im metaphorischen Sinne als Bilder der Einheit, des Volkes sowie der Macht oder als konkrete Bildpraktiken – von Anbeginn in und als Politik am Werk zu sein. Die Verfallsdiagnose, dass sich die zunächst von Bildern oder anderen ästhetischen Praktiken freie Politik zunehmend in einem medialen Bildraum abspielt und durch Inszenierungen bestimmt wird, sollte daher eher skeptisch betrachtet werden. Umgekehrt kann nicht geleugnet werden, dass der ideologische Gehalt politischer Praktiken auch vom je spezifischen Einsatz von Bildern abhängt. Mein Interesse am Bild bzw. Bildbegriff geht so gesehen zunächst von einem Zweifel an der Macht der Bilder und der Verführungskraft des Imaginären aus. Dieser Zweifel evoziert dabei zugleich die ideologiekritische und demokratietheoretische Frage nach der ambivalenten Rolle der Bilder und des Imaginären in der Politik.

Studium der Philosophie, Soziologie, Politikwissenschaft sowie der Allgemeinen und vergleichenden Literaturwissenschaft an den Universitäten Darmstadt und Frankfurt am Main. Magisterarbeit zur politischen Philosophie der Dekonstruktion und Fragen politischer Teilhabe (im Anschluss an Jacques Derrida und Jean-Luc Nancy). Von 2010 bis 2011 Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Philosophie der Goethe-Universität Frankfurt/M. am Lehrstuhl für Praktische Philosophie sowie im Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen‘. Von 2010-2012 Lehrbeauftragter an der HfG Offenbach am Fachbereich Visuelle Kommunikation.


Publikationen


Trautmann F., Bünger C.

‚Demokratie der Sinne‘ – Judith Butlers Kritik der Gewalt als politische Bildung der Empfänglichkeit

In: Judith Butler: Pädagogische Lektüren
Balzer N., Ricken N. (Hg.)
Springer VS, Wiesbaden, 2012

Trautmann F.

Rezension: Endlich unendliche Politik. Zu J.-L. Nancy: Wahrheit der Demokratie, Wien 2009 sowie ders.: Identität. Fragmente, Freimütigkeiten, Wien 2010

Neue Politische Literatur 3/11, 2011

Trautmann F.

Enteignung des Ursprungs. Philippe Lacoue-Labarthe und Jean-Luc Nancy als Leser Rousseaus

In: Unbedingte Demokratie. Fragen an die Klassiker neuzeitlichen politischen Denkens
Heil R., Hetzel A., Hommrich D. (Hg.)
Nomos, Baden-Baden, 2011

Trautmann F.

Nichtmitmachen. Zur Negativität der Gemeinschaft

In: Profile negativistischer Sozialphilosophie. Ein Kompendium. Deutsche Zeitschrift für Philosophie. Sonderband, Bd. 32
Hetzel A., Liebsch B., Sepp H.R. (Hg.)
Akademie Verlag, Berlin, 2011

Trautmann F.

Rezension: Figuren der Souveränität. Zu: F. Balke: Figuren der Souveränität, München 2009

Neue Politische Literatur, Heft 2/10, 2010

Trautmann F.

Rezension: Demokratie – ein dehnbarer Begriff. Zu: G. Agamben, A. Badiou, D. Bensaïd, W. Brown, J.-L. Nancy, J.Rancière, K. Ross, S. Žižek: Démocratie, dans quel état?, Paris 2009

Neue Politische Literatur, Heft 3/10, 2010

Trautmann, F., Bünger C.

Das vermessene Selbst und die Frage nach dem Menschen

In: Der vermessene Mensch. Ein kritischer Blick auf Messbarkeit, Normierung und Standardisierung.
Jahrbuch für Pädagogik, 2010

Trautmann F.

Partage. Zur Figurierung politischer Zugehörigkeit in der Moderne

Tectum, Marburg, 2010


Felix Trautmann
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